Cesarean Weekend

Cesarean Weekend

Cesarean Weekend

Die Stimmung in der Sommervilla nahe dem Kaspischen Meer im Norden Irans ist ausgelassen. Milad und Armin verbringen mit Freund*innen ein Wochenende, getragen von selbstverständlicher Nähe. Die Nachricht, dass Bita von Milad schwanger ist, fügt der Fragilität ihrer Beziehung nur noch etwas hinzu. Am nächsten Morgen treten die Väter der Gastgeber auf den Plan, jede Figur mit ihren eigenen Brüchen. Die Konfrontation der Generationen als Durchqueren des Hauses, seiner Ebenen und Übergänge: Kindsein/Elternsein, Nähe/Entzug, Begehren/ Verantwortung. Die Villa als soziale Partitur– oben der Exzess, dazwischen das Innehalten, unten im Pool die Väter –verbale und körperliche Begegnung. Moralische Zuschreibungen und narrative Abschlüsse verweigert der Film. Ein Kind ist unterwegs, ein anderes bereits geboren. Einer bleibt, einer verschwindet. Das Meer beobachtet, Musik übernimmt dort, wo die Sprache endet. Statt ein politisches Statement zu formulieren, wird das Bild einer parallelen sozialen Welt gezeichnet – Menschen jenseits vorgegebener Rollen, Zuneigung und Männlichkeitsformen im Wandel. Shirvanis Arbeitsweise ist zentral für diese Offenheit: Ohne Proben und mit Live- Regie von hinter der Kamera entsteht ein Kino der Präsenz, in dem Kontrolle und Improvisation untrennbar ineinandergreifen. Körper sind Raum und Dauer ausgesetzt. Haut wird zur Erfahrungsfläche, bevor die Bedeutung greift.

Credits
Mohammad Shirvani
Regie